Galerie im Körnerpark

Schierker Str. 8, 12051 Berlin
Tel. +49 (0)30 5682 3939

galerien@kultur-neukoelln.de

Öffnungszeiten: Mo–So 10–20 Uhr

24. - 26.12.2016 und 31.12.2016 - 01.01.2017 geschlossen


U-/S-Bahn: Neukölln und Hermannstraße (U7, U8 / Ringbahn)

So finden Sie uns: Link zum Stadtplandienst

 

Kostenfreie Führungen durch die Ausstellung: jeden Sonntag, 15 Uhr.

 

Die Galerie im Körnerpark präsentiert seit 1983 national und international renommierte Künstler*innen der Gegenwart. Der langgestreckte Raum der neobarocken Orangerieanlage bietet mit seiner hohen Fensterfront und dem malerischen Ausblick auf den Park einen ganz besonderen Rahmen für alle Sparten der Kunst.  

 

Mit den kostenlosen Konzertreihen Sommer im Park und Salonmusik im Frühjahr und Herbst wird der Körnerpark ganzjährig musikalisch bespielt.

 

Galerie im Körnerpark, Ausstellung "Art & Anthropology", 2016 (Foto: Mia Kuch)

Galerie im Körnerpark (Foto:Nihad Nino Pušija 2015)

Susanne Kriemann – ich bin, varim, je suis Abendrot

10. September – 30. Oktober 2016

Susanne Kriemann arbeitet in ihrem neuen Projekt für die Galerie im Körnerpark konzeptuell mit Licht, jener Energie, die dem Leben durch den Rhythmus von Tag und Nacht eine zeitliche Struktur gibt.
Susanne Kriemann versammelt für die Ausstellung Objekte zwischen Urzeit und Zukunft, die in direkter Verbindung zum Körnerpark stehen. Highlight ist jener Mammutknochen aus der Eiszeit, der um 1900 in Franz Körners Kiesgrube gefunden wurde. Durch ihre Zusammenstellung sind die Objekte ihrem jeweiligen Zeitkontinuum enthoben und werden zu individuellen Organismen, welche die Besucher mit Hilfe einer per Hand zu kurbelnden Lampe selber beleuchten.
Ich bin, varim, je suis Abendrot ist partizipativ und prozesshaft angelegt. Im Dialog mit den Exponaten der Ausstellung werden in Workshops Ideen für eine zukunftsweisende und visuell anspruchsvolle Beleuchtung des Körnerparks entwickelt. Gemeinsam wird über Nachhaltigkeit, Eigenverantwortung und innovative Wege der Lichterzeugung nachgedacht. Zum Ende der Ausstellung, in der Nacht der Zeitumstellung vom 29. auf den 30. Oktober, werden die Forschungsergebnisse präsentiert und die Abenddämmerung bis zur Morgenröte ausgedehnt.
Kuratiert von Dorothee Bienert
In Kooperation mit der Architektin Oxana Gourinovitch und der Kunstvermittlerin Zara Morris

Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2016

Das Projekt wird unterstützt von der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und durch die innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft gefördert.

 

 Foto: Nihad Nino Pušija

Mathilde ter Heijne: Blood, Sweat and Tears – Assembling Past and Future

25. Juni – 4. September 2016

Gemeinsam mit einem Netzwerk von Kulturschaffenden und Friedensaktivist*innen richtet die Künstlerin Mathilde ter Heijne den Blick auf ein historisches Ereignis, um über weltweit aktuelle Krisen nachzudenken: Mitten im Ersten Weltkrieg tagte der erste Internationale Frauenfriedenskongress in Den Haag, bei dem die Teilnehmerinnen über die gesellschaftspolitischen, ökonomischen und geistigen Voraussetzungen für einen zukünftigen dauerhaften Frieden debattierten.
Blood, Sweat and Tears verknüpft und überlagert Bild- und Textmaterial von damals mit Statements und Porträts von heute. Unterschiedliche Zeitebenen und verschiedene Materialitäten durchdringen einander zu einer raumgreifenden Installation. ›Blood, Sweat and Tears‹ versteht sich als künstlerische Suche nach dem, was – über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg – all jene verbindet, die sich für eine friedvolle Welt engagieren.
Das Projekt ist in zwei Ausstellungsteile gegliedert. Der erste Teil umfasst das seit 2005 fortlaufende Rechercheprojekt Women to Go, das um Porträts von Friedensaktivistinnen
erweitert wurde und bereits ab 4. Juni 2016 in der Galerie zu sehen ist.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und des Mondriaan Fonds
 

 Mathilde ter Heijne: Blood, Sweat and Tears, 2016, Videostill. (c) Mathilde ter Heijne

 

 

GRABEN GRABEN

9. April – 29. Mai 2016

Künstler*innen: Sammy Baloji, Shlomit Bauman, Oliver van den Berg, Roswitha von den Driesch/Jens-Uwe Dyffort, Anna Lena Grau, Sven Kalden, Hendrik Lietmann, Ingeborg Lockemann, Inken Reinert

Als Franz Körner jene Kiesgrube anlegen ließ, die später zum Körnerpark wurde, kamen bei den Grabungen erstaunliche Fundstücke hervor. Wie aber verändern Grabungen, die von wirtschaftlichen Interessen geleitet sind, das Umland?
Das Projekt GRABEN GRABEN stellt künstlerische Positionen vor, die sich mit Transformationen und Deformationen von Landschaften sowie urbanen Veränderungen aufgrund von Rohstoffgewinnung und -verwertung beschäftigen. Die Ausstellung betrachtet dieses globale Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Einige Arbeiten sind dokumentarisch-investigativ oder haben eine erzählerische Herangehensweise. Andere sind von visuellen Eindrücken inspiriert, die Landschafts-transformationen und Stadtbildveränderungen hervorrufen.
Auch lokale Phänomene spielen neben globalen Zusammenhängen eine Rolle, Mikro- und Makroebenen kommen zur Sprache. Dieses diagonale „Durchgraben“ eines Themenfelds nimmt die Tätigkeiten in den Blick, die jene Transformation von Oberflächen erzeugen; die Tätigkeiten können physischer oder gedanklicher Natur sein.
Entsprechend unterschiedlich sind die in der Ausstellung vertretenen Medien: Videoinstallation, Soundarbeit, Mapping, Zeichnung, Plastik.

Das Projekt wird unterstützt von der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.
 

 Sven Kalden
Graben (Füllhorn I / I I ), 2011/13

Art & Anthropology

23. Januar 2016 – 03. April 2016

Art & Anthropology. Auf der Suche nach dem Anderen
Ethnographische Bezüge in der zeitgenössischen Kunst

Künstler*innen:
Antje Engelmann, Olaf Holzapfel, Riikka Kuoppala, Cyrill Lachauer, Nadia Lichtig, Maix Mayer, Gabriel Rossell Santillán, Mathilde ter Heijne u.a.

Kuratiert von Heike Fuhlbrügge & Christine Nippe

In Zeiten der Nach-Globalisierung diskutieren die internationalen Künstler*innen von Art & Anthropology zusammen mit den beiden Kuratorinnen Christine Nippe & Heike Fuhlbrügge Fragen zum Verhandeln und Verstehen „des Anderen“ aus künstlerisch-ethnographischer Perspektive. Dabei treten in der Galerie im Körnerpark ethnographisch orientierte Ansätze in einen Diskurs. Sprachenvielfalt und unterschiedliche Perspektiven, Eigenes und Fremdes prägen den verstehenden Dialog des Projektes. Gemeinsam aktualisieren die Künstler*innen den Ethnographic Turn: Sie befragen Identitäten, Formen des Zusammenlebens und Sehnsüchte heute. In ihrem Beitrag wandelt Riikka Kuoppala auf den Spuren ihrer verstorbenen Großmutter und besuchte den Geburtsort ihrer Mutter sowie 140 Jahre missionarischer Arbeit in Namibia.

Hauptveranstalter: Fachbereich Kultur Bezirksamt Neukölln von Berlin
Förderer: Finnland-Institut in Deutschland gGmbH

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Maix Mayer, Ein Schneemann für Afrika, 2013, Giclee Print
(c) Maix Mayer,VG Bild-Kunst, Bonn, courtesy Galerie EIGEN+ART, Leipzig/Berlin

Ashkan Sahihi Die Berlinerin

 

Die Berlinerin - Das Porträt einer Stadt

17. Oktober 2015 – 10. Januar 2016

Vernissage I: Freitag, 16. Oktober 2015, 18 Uhr
Vernissage II: Dienstag, 10. November 2015, 18 Uhr
Vernissage III: Dienstag, 8. Dezember 2015, 18 Uhr

Ashkan Sahihi fotografierte für seine Momentaufnahme der Stadt Berlin mehr als 370 Frauen, die dauerhaft oder zeitweise hier leben. Sie alle sind auf ganz individuelle Weise Teil der Dynamik, die Berlin heute wie keine andere Metropole Europas ausmacht. Szenefrauen, Mütter, Unternehmerinnen, Angestellte – Sahihi zeigt Frauen, die von ihren Milieus geprägt sind und sich doch immer wieder den gängigen Zuschreibungen entziehen. Beim Gang durch die Ausstellung, die in drei Monatsetappen jeweils rund 100 Porträts zeigt, begegnet man Berlinerinnen, die selbstbewusst, skeptisch, mutig, reserviert und offen ins Leben blicken.

Pressestimmen:

’Die Berlinerin’ gibt es eigentlich nicht - v. Michaela Gericke, 20.10.2015 - rbb

Foto-Ausstellung: 375 Berlinerinnen - v. Yvonne von Kalinowsky, 15.10.2015 - rbb-stilbruch

Ashkan Sahihi porträtiert Berlinerinnen - Monopol Magazin - 12.10.2015

Gesichter der Großstadt - Interview, 13.10.2015 - Deutschlandfunk

die frauen berlins - 20.10.2015 - i-D vice

Gesichter der Hauptstadt - 23.10.2015 - ZEITmagazin

Berliner Frauen - unbeschreiblich weiblich - v. Gunda Bartels 01.11.2015 - Der Tagesspiegel

rbb-online.de/zibb v. Ute Müller-Schlomka 11.11.2015

Porträt einer Stadt: die Berlinerin - 17.11.2015 - stern

Die typische Berlinerin gibt es nicht - v. Klara Niederbacher 22.11.2015 - Berliner Zeitung

Die Berlinerin von Ashkan Sahihi - v. Kat Kapo 8.12.2015 - kwerfeldein - Fotografie Magazin

Die Berlinerin: A Portrait Series Of Women in Berlin - v. Yasmin 4.12.2015 - Blog: I Heart Berlin

375 Frauen, ein Fotograf, ein Buch: "Die Berlinerin" - v. Lena Lammers - Edition F

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 © Ashkan Sahihi

Andere Gärten

18. Juli – 11. Oktober 2015

Künstler_innen: Barbara Eitel, Jörg Finus, Juliane Laitzsch, Laetitia Norkeit, Farkhondeh Shahroudi, Nele Ströbel, Urban Plant Research (Leslie Kuo, Sara Bouchard)
Kuratorin: Dorothee Bienert

Die Ausstellung in der ehemaligen Orangerie des denkmalgeschützten, neo-barocken Körnerparks nähert sich aus unterschiedlichen Richtungen dem Thema „Garten“ an. Dazu gehört einerseits die Vision vom Garten als entschleunigtem Verweilort in der Tradition des hortus conclusus und das Urban Gardening als anarchische Rückeroberung von Stadtraum und soziale Utopie. Andererseits setzt sich die Ausstellung kritisch mit dem Thema Eskapismus auseinander und hinterfragt die Illusion bzw. Inszenierung.

 

Stadtwanderung: Samstag, 12. September 2015, 15 Uhr
Die treue Seele der A100 – Performative Intervention und
Spaziergang zu der Baustelle mit Birgit Auf der Lauer und
Experten aus Psychoanalyse, Ingenieurbau und Hortikultur
Die Verlängerung der A100 verzweigt sich weitab der eigentlichen
Baustelle unbemerkt im Stadtgebiet. In der Wanderung
wird die Landschaft der Baustelle und ihrer Ableger
zu einem Traumbild, das gedeutet und erklärt werden kann.
Bitte Zeit, Kleingeld und festes Schuhwerk mitbringen!


Klangperformance, Sonntag, 13. September 2015, 18 Uhr
CHLOROPHYLL Ulrike Brand (Cello) und Olaf Rupp (Gitarre)
improvisieren auf ihren Instrumenten und bringen die
Intro-Plastiken von Nele Ströbel zum Klingen.
Es entsteht ein ungewöhnliches Hörerlebnis.


Performance: Samstag, 19. September 2015, ab 18 Uhr
Grünes Gold – Hexensuppenküche von J&K, Linards Kulless
und Christoph Mühlau
Während der Performance wird ein delikates Elixier aus
Heil- und Unkräutern aus der Umgebung des Körnerparks
hergestellt und in einem mysteriösen Ritual zum Verzehr
angeboten.


Finissage: Sonntag, 11. Oktober 2015, 17 Uhr
Rundgang durch die Ausstellung und Gespräch mit den
Künstler_innen und der Kuratorin

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Post-Soviet Cassandras

25. April bis 12. Juli 2015
In der Ausstellung setzen sich Künstler_innen aus Russland, der Ukraine und Belarus kritisch mit der gesellschaftspolitischen Situation in ihren Ländern auseinander. Diskriminierungen in Form von psychischer wie auch physischer Gewalt sind für Randgruppen im russischsprachigen Raum nach wie vor an der Tagesordnung. In den künstlerischen Arbeiten geht es um eine Analyse der gegenwärtigen sozialen Realität: um Frauenrechte und Geschlechterrollen, um das Fehlen eines politischen Dialogs, um Glück und Unglück in den Randgruppen der Gesellschaft. Trotz eklatanter Missstände entwerfen die Künstler_innen mit den Mitteln der Kunst Visionen für eine gemeinschaftliche Zukunft.

Die Künstler_innen waren 2013 bereits an der Ausstellung „Feminist Pencil“ in Moskau beteiligt, die den Status feministischer und queerer Positionen in post-sozialistischen Gesellschaften reflektierte.

Künstler_innen: Anatoly Belov, Gandhi (Anna Tereshkina), Shifra Kazhdan, Victoria Lomasko, Marina Naprushkina, Nadia Plungian
Kuratorinnen-Team: Dorothee Bienert, Victoria Lomasko, Nadia Plungian, Antje Weitzel

Veranstaltungen:

Sonntag, 26. April 2015, 18 Uhr
Artist Talk
Gespräch mit den Künstler_innen über ihre Rolle in der (post-sowjetischen) Gesellschaft und über das Konzept der Ausstellung.

Sonntag, 28. Juni, 2015, 12 Uhr
„Neue Heimat?“ – Lesung
Die Lesung findet im Rahmen des Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln statt.

Bestandsaufnahme aus dem Berliner Flüchtlingsalltag, den die Künstlerin Marina Naprushkina begleitet: Keine fiktionalen Geschichten, sondern erlebte Wirklichkeit
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Gandhi, Schablonen-Graffito, 2015
 

Exitus

Tor Børresen (NO), Peter Brandt/Sands Muray-Wassink (US/NL), Mattias Härenstam (SE), Thomas Henriksson (SE/DE), Jannicke Låker (NO/DE), Sverre Malling (NO), Claudia Reinhardt (DE), Ursula Reuter Christiansen (DE/DK), Jo Spence (GB), Per Teljer (SE/DE)

31. Januar – 19. April 2015
 

Der Tod war und ist für Künstler_innen in allen Epochen ein dringendes Thema. Trauer und Melancholie, Sterben und die Angst vor dem Tod sind empirische, existenzielle Erfahrungen mit denen jeder Mensch konfrontiert ist.
Exitus, der Titel der Ausstellung, bedeutet Tod und Ausgang. Sich mit dem Tod zu beschäftigen heisst, sich für das Leben zu interessieren. Sich mit den Ängsten und Verlusten auseinanderzusetzen, die uns im Leben zustoßen. Alle in der Ausstellung vorgestellten Malereien, Fotografien, Zeichnungen, Skulpturen, Videos und Installationen zum Thema Tod verbindet die Perspektive des subjektiven Standpunkts. Das heisst es geht nicht um abstrakte, allgemeine Überlegungen, sondern die persönliche Betroffenheit ist als roter Faden in den Arbeiten deutlich.
Kuratiert von Claudia Reinhardt

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Tempus Ritualis

– Ein griechisch-deutsches Projekt zur Krise in Europa -

25. Oktober 2014 - 25. Januar 2015

Die Künstler_innen der Ausstellung nehmen die Krise in Griechenland zum Ausgangspunkt, um neue soziale Entwicklungen und kulturelle Muster zu untersuchen: Welche gemeinschaftsstiftenden Rituale können in Zeiten der Krise entstehen? Welche Initiativen, Formen von Solidarität und Vergemeinschaftung sind in der Krise zu beobachten? Inwiefern kann z.B. im künstlerischen Milieu ein stärkerer Zusammenhalt und ein kontinuierlicher Dialog beobachtet werden?
Teilnehmende Künstler_innen: Lena Athanassopoulou, Christina Dimitriadis, Nina Fischer & Maroan el Sani, Pia Greschner, Susanne Kriemann, Lia Nalbantidou, Christine Schulz, Eva Stefani, Evanthia Tsantila
Kuratiert von Christina Dimitriadis, Christine Nippes, Evathia Tsantila

In Thessaloniki wurde die Ausstellung vom SMCA – State Museum of Contemporary Art Thessaloniki gefördert und im CACT – Thessaloniki Center of Contemporary Art präsentiert.
Das Projekt wird gefördert vom Goethe Institut Thessaloniki, ifa – Institut für Auslandsbeziehungen e.V., Outset. Greece, Aegean Airlines und AHK – Deutsch-Griechische Industrie- und Handelskammer.

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Es werde Licht

Bettina Hutschek, Christine Jackob-Marks, Ulrike Mohr, Jen Ray

2. August – 12. Oktober 2014

Wissenschaftlern gelang es vor kurzem, Signale aus den ersten Momenten des Universums aufzuzeichnen. Dennoch übersteigen die Vorgänge im Kosmos nach wie vor das, was der Mensch begreifen kann. Seit Urzeiten wird nach Erklärungsmodellen für die Entstehung der Welt gesucht, und die Identität von Kulturen ist stark von deren Schöpfungsmythen geprägt.
Künstler_innen sind von der Rätselhaftigkeit und Energie des Kosmos fasziniert und spekulieren darüber, wie Leben entsteht. Was haben die alten Schöpfungsmythen und die Evolution miteinander zu tun? Warum gibt es Erzählungen über Dinge, die nie da waren? Die Künstler_innen der Ausstellung suchen nach Bildern für das, was man nicht erklären kann.
Kuratiert von Dorothee Bienert

Three Omens And The Year Zero
Performance von Jen Ray
20. September 2014, 17 Uhr

Drei Frauen sprechen über die Fehler die in der alten, inzwischen zerstörten Welt gemacht wurden, und über die Neuerung, die es im “Jahr Null” geben kann. Die Zuschauer sind eingeladen Verbesserungsvorschläge für die neue Welt einzubringen und danach zu fragen, was zu der Zerstörung der alten Welt geführt hat.

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Bettina Hutschek, Melangie

Ulrike Mohr, Black Holes, Weidenholzkohle, Installation, 2012

Jinran Kim – After the Rain

10. Mai – 27. Juli 2014

Was bleibt, wenn wir sterben? Die seit 1994 in Berlin lebende Koreanerin Jinran Kim stellt sich mit ihren Arbeiten der Vergänglichkeit und schafft aus dem was bleibt, Kunstwerke, die durch eine sehr intime Herangehensweise an das Thema tief berühren. In dieser ersten Jinran-Kim-Werkschau in einer Berliner Institution zeigt die Galerie im Körnerpark Installationen, Malerei, Zeichnungen und Objekte aus dem Schaffen der Künstlerin.

Die Künstlerin ist fasziniert von den immer noch sichtbaren Ruinen der deutschen Hauptstadt, denn in ihrem Heimatland sind Spuren des Koreakrieges nicht mehr zu finden. Zerstörung, Vergänglichkeit und Erinnerung sind die Themen ihrer großformatigen, mit Asche auf Leinwand gemalten Serie After the Rain, die Motive aus der Trümmerlandschaft Berlins zeigt.

In ihren Arbeiten greift Jinran Kim aber auch jene Spuren auf, die regelmäßige, alltägliche Handlungen hinterlassen. So steht die filigrane Architektur des 108 Stair Temple für die Hoffnung, dass durch wiederholte Rituale eine spirituelle Veränderung möglich ist.

In ihrer Performance Exercise in Futility (Übung in Vergeblichkeit) schrubbt Jinran Kim hingebungsvoll einen Fußboden, der aus Seifenstücken besteht. Der Boden verändert sich allmählich, und das Verstreichen der Zeit materialisiert sich in den langsam entstehenden neuen Formen. Auf diese Weise thematisiert Jinran Kim die Bedeutung von Reinigungsritualen und verbindet dies mit einer Reflexion über die traditionelle, diskriminierende Arbeitsteilung in Süd-Korea.

Jinran Kim widmet sich auch den intimen Bereichen des menschlichen Lebens – so beispielsweise mit ihrer Malerei-Serie Last Mattress, die bedeutenden Menschen der koreanischen Kultur gewissermaßen als Porträts gewidmet ist. Ähnlich wie eine tote Körperhülle zeigen diese Matratzen, was nach dem Tod eines Menschen zurückbleibt.

In den verschiedenen Arbeiten von Jinran Kim lassen sich verbindende Themen erkennen: die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, die sichtbaren und unsichtbaren Erinnerungsspuren sowie die spirituelle Dimension ritueller Handlungen und des menschlichen Daseins.

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 Jinran Kim, Performance "Exercise in Futility", Tokio 2006

Susanne Ritter - Neue Bildnisse

15.02.2014 - 04.05.2014

Das Thema der Malerin Susanne Ritter ist der Mensch; die Modelle ihrer großformatigen Bilder stammen aus dem gewöhnlichen Leben. In ihrer Hingabe an diese Menschen entwickelt sie einen neuen Blick für Schönheit. Besonders faszinieren die Malerin Hülle und Kleid des Menschen. Deren Magie ist die Eigenschaft, als zweite Haut über die Porträtierten Auskunft zu geben und doch wieder nicht: nämlich alles zu verbergen.

Mit einer Klangskulptur von Kaspar König.

 

 

 

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Susanne Ritter, Sabine Flügel, 2009/10, Eitempera/Acryl auf Leinwand, 110 x 95 cm

AnsichtsSache

Gemälde und Skulpturen von Peter Feichter und Walter Hörnstein

16.11.2013 - 12.01.2014

Ausstellung im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Neukölln und Leonberg

Die Stadt Leonberg in Baden-Württemberg ist seit 1970 Partnerstadt Neuköllns. Die Ausstellung AnsichtsSache präsentiert Gemälde, Holzskulpturen und Holzschnitte zweier Leonberger Künstler.
Peter Feichter (geb. 1956) verwendet in seiner expressionistischen Malerei Acrylfarben, Gips, Sand, Kaffeepulver und Stoff, um seinen großformatigen Bildern einen lebendigen, reliefartigen Charakter zu verleihen.
Walter Hörnstein (geb. 1939) kam durch eine lebensbedrohliche Krankheit zur Kunst und begann alte Balken aus Abbruchhäusern zu bearbeiten. Seine Skulpturen zeigen Frauentorsi, eng umschlungene Paare, Flötenspieler, aber auch groteske Holzfiguren und abstrakte Kompositionen.

Kuratiert von Christina Ossowski, Kulturamtsleiterin der Stadt Leonberg

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Peter Feichter, Tränke, 2012, Acryl-Mischtechnik, 100x160 cm, Ausschnitt

Körnelia

Goldrausch 2013

21.09. - 10.11.2013

Die Ausstellung präsentiert die jüngsten Arbeiten der aktuellen Goldrausch-Stipendiatinnen und vereint unterschiedliche Verfahren, Genres und Medien wie Skulptur, Malerei, Fotografie, Installation und Zeichnung. Diese dichte Montage nimmt Privates und Öffentliches, Geschichte und Gegenwart, Reales und Symbolisches ebenso in den Blick wie die Imagination fiktionaler Welten und sozialer Räume. Die Künstlerinnen arbeiten im Goldrausch-Professionalisierungsprogramm für ein Jahr an ihrer künstlerischen Laufbahn. Mit Delila Delléas Bouzar, Clara Brörmann, Lysann Buschbeck, Yvon Chabrowski, Kati Gausmann, Rieko Hotta, Eva Kietzmann, Cristina Moreno Garcia, Christine Niehoff, Kinay Olcaytu, Sophia Pompéry, Henrieke Ribbe, Konstanze Schmitt, Tine Schumann, Lucy Teasdale.

Kuratiert von Birgit Effinger und Hannah Kruse.

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Milda, 2013, 5-Kanal-Installation; Copyright: Konstanze Schmitt
 

Urbanität mal anders

Künstlerische Projekte zur ästhetischen Stadtforschung

03.08.2013 - 15.09.2013

Aus welchen ungewöhnlichen Perspektiven kann man den urbanen Raum erforschen? Nach welchen Mustern bewegen sich die Menschen in der Stadt? Wie lässt sich das festhalten, was man beim Erwandern und Beobachten des Stadtraums entdeckt?
Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die Zeichnungen und Installationen von Birgit Auf der Lauer & Caspar Pauli, Larissa Fassler, Heimo Lattner und Pia Linz. Parallel zur Ausstellung finden Stadtwanderungen statt sowie Workshops mit Schülern, die den Stadtraum mit selbstgebauten Camera Obscuras erforschen. Die Ergebnisse werden ebenfalls in der Ausstellung vorgestellt, die sich dadurch während der Laufzeit mehrfach verändert.

Kuratiert von Dorothee Bienert.

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Birgit Auf der Lauer, Caspar PAuli
Child of Poseidon, 2011
Installation, Foto: Daniela Garcia del Pomar und Paul Holdsworth

 

Maria, breit den Mantel aus...

Von Wunderglauben und rätselhaften Erscheinungen

01.06.2013 - 28.07.2013

Seit einigen Jahren ist ein erneutes Interesse an Religion und Spiritualität zu beobachten.
Pilgerwege zu heiligen Stätten haben Konjunktur und spiegeln die Sehnsucht nach neuen
Perspektiven auf das Leben und die Umwelt. Der Jakobsweg wurde europaweit ausgebaut,
in Brandenburg gibt es inzwischen sogar mehrere Strecken. Wie gestalten sich Wallfahrten
in verschiedenen Kulturkreisen? Warum glauben Menschen an Erscheinungen und die
Wirkkraft von Objekten wie Heiligenfiguren, Bilder oder Reliquien? Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Werkkomplex von Helmut & Johanna Kandl zu Marienwallfahrtsorten wie Altötting, Lourdes, Medjugorje, Levoca oder Guadalupe in Mexiko City. Die Malereien, Collagen, Objekte und Videos zeigen die kulturellen Prägungen von Wallfahrten in unterschiedlichen Regionen, aber auch die touristische  Bedeutung und mediale Inszenierung von „Pilger-Events“ im digitalen Zeitalter. Die Künstler betrachten das vielschichtige Phänomen mit Respekt, aber auch mit Humor. Ebenfalls Gegenstand ihrer Recherche ist die Frage nach der „weiblichen“ Seite von Gott und das Frauenbild, das dahinter steht.

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Johanna Kandl, Lourdes, 2008, Tempera auf Holz, 50 x 35 cm

Temporary Autonomous Zone /2/

Teil 1: Erogenous Zone (bis 21. April)
Teil 2: /ƒƒ/ Collaborations

23.03.2013 - 19.05.2013

/ƒƒ/ ist eine Berliner Künstlerinnengruppe, die sich ständig weiterentwickelt und verändert. Aus Kollaborationen und Gesprächen entstehen gemeinsame künstlerische Arbeiten und Aktionen, die das Publikum mit einbeziehen. Ziel ist es, hierarchische Strukturen zu vermeiden, neue Methoden gemeinschaftlicher Produktion zu erproben und Themen anzusprechen, die im alltäglichen Leben von Frauen verankert sind.

Das Projekt „Temporäre Autonome Zone“ bildet den Rahmen für ein lebendiges Netzwerk von Künstlerinnen, das auf dem offenen Austausch über zeitgenössische feministische und partizipative Praktiken basiert. Die „Temporäre Autonome Zone“ hat sich aus Treffen zwischen mehr als sechzig Künstlerinnen entwickelt. Sie schafft einen Raum, in dem Kunstprojekte, Performances, Lesungen, Diskussionen, Filmabende, Partys und andere Ereignisse stattfinden können.

Der erste Teil der Ausstellung zeigt unter dem Titel „Erogenous Zone“, wie Frauen heute Sexualität und Erotik reflektieren und erleben, und eröffnet neue Kontexte und Rahmenbedingugnen für eine weitergehende Diskussion darüber. Wie können Frauen in einer Weise repräsentiert werden, die sie nicht unterdrückt? Gibt es heute eine andere Sicht auf die sexuelle Freiheit als in den 1970er Jahren?

Die Ausstellung entwickelte sich aus einem Open Call, der sich an Künstlerinnen, Freundinnen und Bekannte von /ƒƒ/ richtete. Sie enthält sehr unterschiedliche Blickrichtungen und Arbeiten, von kleinen Zeichnungen bis zu großen Skulpturen und Video-Installationen; von Bildern, die den erotischen Körper zeigen, bis hin zu sehr abstrakten, sinnlichen Positionen.

KünstlerInnen: Magdalena Bichler | Melanie Bonajo | Nine Budde | Eli Cortiñas | Sonja Cvitkovic | Christina Dimitriadis | Béatrice Dreux | Mary Beth Edelson | Simone Gilges | Mariola Groener | Guðný Guðmundsdóttir | Allison Halter | Mathilde ter Heijne / /ƒƒ/ | Malin Holgersson | J&K / Janne Schäfer and Kristine Agergaard | Antje Majewski / /ƒƒ/ | Kirsten Palz | Julia Phillips | Katrin Plavcak / /ƒƒ/ | Jen Ray / /ƒƒ/ | Nina Rhode | Fiona Rukschcio | Eva T. Schippers | Frauke Schmidt | Tanja Schomaker | Sarah Schumann | Juliane Solmsdorf / /ƒƒ/ | Annie Sprinkle & Beth Stephens | Valerie Stahlvon Stromberg | Melissa Steckbauer / /ƒƒ/ | Betty Tompkins | Magda Tothova / /ƒƒ/ | Ellie de Verdier | Katharina Wulff

Kuratiert von Mathilde ter Heijne und Juliane Solmsdorf/ƒƒ/

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 Foto: Christina Dimitriadis

(UN)WRITTEN – (RE)WRITTEN

Farkhondeh Shahroudi, Azin Feizabadi

26.01.2013 - 17.03.2013

1990 emigrierte die Künstlerin Farkhondeh Shahroudi mit ihrem damals siebenjährigen Sohn Azin Feizabadi, der inzwischen als Künstler und Filmemacher in Berlin lebt, aus dem Iran nach Deutschland. Die Ausstellung bringt die Arbeiten der beiden Künstler in einen Dialog.
Farkhondeh Shahroudi, die seit 2008 in Neukölln lebt, zeigt Installationen, Textilobjekte, Masken und Bücher, mit denen sie Unterbewusstes in künstlerische Bilder transformiert. Oft näht sie Zeichen auf ihre Objekte, die an persische Schrift (Farsi) erinnern, aber nicht wirklich lesbar sind. Es geht der Künstlerin darum, im Betrachter Assoziationsketten zu Themen wie Verlust von Heimat, Sprachlosigkeit, Verletzung, aber auch zu Sehnsucht nach Geborgenheit und Heilung hervorzurufen.
Ein Teil der Ausstellung widmet sich der medialen Verwertung einer Schablone, die Azin Feizabadi für eine Streetart-Aktion als Hommage an seine Mutter entwickelte, die während der iranischen Revolution auch Graffiti sprühte. Gezeigt werden außerdem Film- und Videoarbeiten Feizabadis aus dem fortlaufenden Projekt „A Collective Memory“, das 2009 als Antwort auf die sozio-politischen Veränderungen in Iran und im Mittleren Osten entstand und eine assoziative Art der Aufzeichnung von Geschichte vorschlägt