Galerie im Saalbau

Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin
Tel. +49 (0)30 90239 3772

galerien@kultur-neukoelln.de

Öffnungszeiten: Di – So 10 – 20 Uhr

 

U-Bahn: Karl-Marx-Straße (U7)

So finden Sie uns: Link zum Stadtplandienst

 

Die Galerie im Saalbau versteht sich als „Galerie vor Ort“. Jedes Jahr werden durch eine unabhängige Fachjury drei von sechs Ausstellungen explizit an Neuköllner Künstlerinnen und Künstler vergeben. Mit diesem Auswahlverfahren will der Fachbereich Kultur Kunstschaffende des eigenen Bezirks fördern und der Öffentlichkeit die Vielfalt an künstlerischen Ansätzen in Neukölln präsentieren. Als weiteren Schwerpunkt werden Ausstellungen gezeigt, die gesellschaftspolitisch bedeutende Themen – meist mit Bezug zum Leben und zur Gesellschaftsstruktur Neuköllns – aufgreifen und mit künstlerischen Ausdrucksformen neu beleuchten.

 

Die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Beleuchtung in der Galerie im Saalbau wird gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Galerie im Saalbau, "Barbara Caveng - heimisch"

 

Neuköllner Produktion - Neuköllner Kunstpreis 2017

Mit Arbeiten von Diana Artus, Anne Brannys, Janine Eggert/Philipp Ricklefs, Carsten Kaufhold, Katharina Moessinger, Pierre-Etienne Morelle, ON/OFF, Katrin Wegemann, Karen Winzer, Franca Wohlt

Laufzeit der Ausstellung: 14. Januar bis 26. März 2017
Preisverleihung und Eröffnung: Freitag, 13.01.2017, 18 Uhr

Die Qualität und Quantität der künstlerischen Produktion in Neukölln ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Diesem Reichtum und der künstlerischen Professionalität trägt der vom Fachbereich Kultur neu etablierte Neuköllner Kunstpreis Rechnung. Auf die erstmalige Ausschreibung bewarben sich bereits 180 Menschen mit einem Atelierstandort in Neukölln. Zehn Bewerber*innen wurden von einer siebenköpfigen Fachjury für den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis nominiert. Ihre Arbeiten werden in der von Cathérine Kuebel kuratierten Gruppenausstellung präsentiert, und verdeutlichen stellvertretend die Qualität der Neuköllner Kunstproduktion.

Der Fachbereich Kultur hat in Zusammenarbeit mit dem Kulturnetzwerk Neukölln und der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH drei Neuköllner Künstler*innen mit dem „Neuköllner Kunstpreis“ ausgezeichnet:

1. Preis (3.500 Euro): Diana Artus

2. Preis (1.000 Euro): Katharina Moessinger

3. Preis (500 Euro): Franca Wohlt

Sonderpreis STADT UND LAND (Ankauf): Carsten Kaufhold

Der Neuköllner Kunstpreis wurde am Freitag, den 13. Januar 2017 von Dr. Katharina Bieler, Leiterin des Fachbereichs Kultur des Bezirksamtes Neukölln und Anne Keilholz, Geschäftsführerin von STADT UND LAND im Beisein der Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey und des Kultur- und Bildungsstadtrates Jan-Christopher Rämer in der Galerie im Saalbau verliehen.

Ideell und finanziell wird dieses Veranstaltungsformat unterstützt durch die Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND und das BIWAQ-Projekt Unternehmen Neukölln.
 

 

Flucht aus dem Kino „Freiheit“ – Zeitgenössische Kunst aus Polen

19. November 2016 – 8. Januar 2017

„Ich weiß nicht ob Ihnen, meine Herrschaften, bewusst ist, dass mit der Aufhebung der institutionellen Zensur Sie selber nun die Pflicht der Zensur übernehmen.” Mit diesen Worten beginnt der Film von Wojciech Marczewski „Die Flucht aus dem Kino ‚Freiheit’“ aus dem Jahr 1990, der den gesellschaftspolitischen Umbruch in Polen reflektiert. Der Film stellt die Frage nach dem Umgang mit Freiheit und nach dem Maßstab, mit dem ein Erfolg gemessen wird: Reicht Freiheitsgewinn allein aus oder muss man noch lernen, mit ihm umzugehen? Diese Überlegungen sind nach einem Vierteljahrhundert immer noch aktuell.

Im Jahr 1990 konnte der Filmautor Wojciech Marczewski nur vermuten, wie schwierig die Herausforderung der Transformation und des Aufbaus einer Zivilgesellschaft für die Polen sein wird. Der Regisseur argumentierte mit Erich Fromms „Furcht vor der Freiheit” und ging davon aus, dass die frühkapitalistische Realität Ängste und Einsamkeit auslösen würde.

Die Ausstellung stellt Skulpturen, Objekte und (Video)Installationen polnischer Künstler*innen vor, die einen kritischen Blick auf das letzte Vierteljahrhundert der „Freiheit“ im eigenen Land werfen. Die Werke beschäftigen sich mit gesellschaftliche Problemen, Politik und Geschichte sowie mit dem Wechselspiel von Kunst und Wirklichkeit. Die Flucht aus dem Kino „Freiheit" verhandelt Begriffe, die in der gegenwärtigen Kultur präsent sind: Emanzipation, Humanistik, Partizipation, Gemeinschaft.

Ein Projekt der Stiftung Lokal Sztuki/ lokal_30, Kuratorin: Agnieszka Rayzacher
Gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und nationales Kulturerbe der Republik Polen
 

 Fotot: Justyna Górowska, "FoxP2", 2012, video still

 

Jürgen Bürgin – MENSCH UND METROPOLE Fotografien 2009–2015

24. September – 13. November 2016

Jürgen Bürgins Fotografien sind Momentaufnahmen von Menschen in Großstädten wie Berlin, New York, Tokio, Shanghai und Barcelona. Die von 2009 bis 2015 entstandene Fotoserie zeigt vielschichtige Porträts dieser Städte und der dort lebenden Menschen. Jürgen Bürgin möchte in alltäglichen Begebenheiten Emotionen sichtbar machen. Es sind kurze, vermeintlich beliebige Augenblicke aus dem Leben der Großstädter und der Stadt selbst.

Der Neuköllner Fotograf zieht als Suchender durch die Straßen, meidet das Touristische. Sein Interesse wecken Kampfsportszenerien, spontane Open-Air-Partys, Bühnenleben oder Alltagssituationen hinter den schillernden Fassaden der Großstädte. Jürgen Bürgin ergründet mit seinen Fotografien das Abseitige, die Getriebenheit, das Eilige, aber auch stille Verharren in den Metropolen der Welt.

Kuratiert von: Sophia Trier

Das Projekt wird unterstützt von der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

www.juergenbuergin.com
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Jürgen Bürgin, aus der Serie "Mensch und Metropole", 2009–2015

Fotobuch URBAN FEVER - Scenes from the city life, 2016

Christian Hasucha – UNTERWEGS ZUHAUSE

30. Juli - 18. September 2016

Christian Hasucha ist für seine Interventionen im Stadtraum bekannt. Dabei irritiert er die Raum- und Zeitwahrnehmung der Passanten oder fragt nach dem, was sich hinter gewohnten Bildern verbirgt. Einige dieser Projekte werden in der Galerie im Saalbau vorgestellt. Zudem plant der Künstler eine große Rauminstallation mit Bildprojektion, die er durch Bewegungsmelder steuert: Scheinbar provisorisch
angeordnete Baumaterialien werden durch die Projektion für einen kurzen Moment
zum Eingangsbereich eines Einfamilienhauses. Solange das Bild zu sehen ist, ertönt
ein leises Dauerpfeifen wie beim Tinnitus.

Das Projekt wird unterstützt von der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.
 

 Christian Hasucha, Trasba, 2001 fortlaufend

Bizim Deniz* – Birgit Auf der Lauer & Caspar Pauli

30. April – 03. Juli 2016

Gesellschaftliche Umbrüche sind Gegenstand der installativen und performativen Arbeiten des Künstlerduo Birgit Auf der Lauer und Caspar Pauli.
In ihrer Ausstellung Bizim Deniz steht die menschliche Figur im Mittelpunkt, die mal als Schatten über Leinwände huscht, Leerstellen in Landschaften bildet oder ornamental-grafische Züge annimmt. Alle Figuren sind Teil von Erzählungen, die momentan viele Menschen bewegen: Erzählungen von Grenzüberschreitung, Verschwinden und Beten.
Die Ausstellung zeigt ein großes, begehbares und ein kleines Schattentheater, die sich auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen dem Thema Fluchthilfe nähern. Walter Benjamins Schleusung über die Pyrenäen und die Arbeit von türkischen sowie West-Berliner Schleusern sind zentrale Geschichten der beiden Installationen.
In einem weiteren Raum wird eine künstlerische Zeitung präsentiert, die sich um Fragen des „Sehens“ im muslimischen Gebet dreht.

*türkisch: unser Meer

Das Projekt wird unterstützt von der Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.


 

 Auf der Lauer/Pauli, Grenzfährservice II, 2015, 70 x 70 x 70 cm (Modell)

Lena Ader – Wärst du ein Pferd…

13. Februar – 24. April 2016

Lena Ader transformiert Gefühle, Empfindungen und Sehnsüchte in Malerei. Sie schafft intime Bilder, die von der Beziehung einer Person zu sich selbst und zu anderen sprechen. Die Arbeiten bewegen sich thematisch zwischen Trost und Verlust, Zuwendung und Abwendung, Zärtlichkeit und Verletzlichkeit. Die Motive sind realistisch gemalt, wirken aber surreal: Schneckenhäuser, die an Fußsohlen kleben; Hände, die schlangenartig nach einem Kopf greifen; zwei kaum bekleidete Menschen, die einander tragen. Neben der Malerei werden in der Galerie im Saalbau auch Objekte und Installationen zu sehen sein: das feine Geäst einer Lunge, oder eine Textskulptur mit dem Satz: „Wärst du ein Pferd würde ich mich an deine Flanke lehnen…“

http://www.lena-ader.de/
 

Lena Ader, zucker, zucker, zucker I, Acryl auf Leinwand, 150 x 115 cm, 2013 (Ausschnitt)

Redrawing Stories from the Past

Graphic Novel-Zeichner*innen bringen vergessene Geschichten von Opfern des Nationalsozialismus ans Licht

7. November 2015 – 7. Februar 2016

Mit den Künstler*innen Max Baitinger (Deutschland), Paula Bulling (Deutschland), Zosia Dzierzawska (Polen), Vuk Palibrk (Serbien), Martin Zutis (Lettland) und den Experten für Geschichte und Comics, Ole Frahm und Sascha Hommer
Projektleitung: Elisabeth Desta und Ludwig Henne

Das Projekt begleitet europäische Nachwuchskünstler*innen und Jugendliche dabei, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen vergessenen Opfern zu beschäftigen. Es soll die Auseinandersetzung mit der europäischen Erinnerungskultur und den widersprüchlichen Narrativen in West- und Osteuropa gefördert werden. Junge Nachwuchskünstler*innen begeben sich gemeinsam mit Jugendlichen auf Spurensuche nach diesen noch nicht erzählten europäischen Geschichten, die sie mit den Mitteln der Graphic Novel umsetzen und somit neu und zeitgenössisch darstellen.
Durch das Projekt sollen Jungendliche über das für sie attraktive Medium der Graphic Novel an das Thema herangeführt, eine bereits über 70 Jahre zurückliegende Geschichte noch heute greif- und fühlbar gemacht und somit auch ein Verständnis für gegenwärtige europäische Entwicklungen geschaffen werden.

 © Paula Bulling

BEBEN

BEBEN - Sabine Ammer / Cathérine Kuebel

12. September – 1. November 2015

Der Begriff „Beben“ beschreibt einen Moment der absoluten Spannung, in dem sowohl Seele als auch Muskeln zittern. Beben ist ambivalent, denn es kann sowohl Anspannung als auch Entspannung sein – dem einen folgt die Explosion, dem anderen der Frieden. Aber nie ist es ruhig, nie steht es still; es ist ein paradoxer Zustand, denn er impliziert Gleichzeitigkeit und Wechsel – Antizipation, Event und Nachhall.
Für die Ausstellung entwickeln Cathérine Kuebel und Sabine Ammer vier Ideenräume, die verschiedene Aspekte des Bebens beleuchten. Dabei ergänzen sich Sabine Ammers malerisch-abstrahierende Herangehensweise und Cathérine Kuebels narrativ-poetische Konzeption. Malerei reagiert auf Skulptur, Skulptur auf Text, Text auf Installationen und diese wiederum auf Malerei und umgekehrt.


 

Die Skulptur Echo (2013/2015) von Cathérine Kuebel vor der Malerei Die Tiere sind unruhig (2013) von Sabine Ammer
 

Picturing Me

Picturing Me – Ein Projekt von Sarah Sandring mit Kindern des indischen Dorfes Chotian

27. Juni bis 6. September 2015

Picturing Me ist Teil des Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln, 26. bis 28. Juni 2015

Picturing Me ist ein kollaboratives Fotografie-Kunstprojekt, das im Jahr 2012 von der Berliner Regisseurin, Künstlerin und Fotografin Sarah Sandring in Kooperation mit der indischen Künstlerin Navneet Kaur Jeji initiiert wurde.

Picturing Me wurde in dem kleinen Dorf Chotian in Punjab durchgeführt, wo sich – wie in vielen Dörfern der Region – in den vergangenen Jahren unzählige Bauern das Leben nahmen. Seit der ‚Grünen Revolution’ in den 1960er Jahren treiben westliche Konzerne und die indische Regierung die industrielle Landwirtschaft in Indien voran. Viele Kleinbauern stellt das vor den finanziellen Ruin, weil sie nun patentiertes Saatgut kaufen und die Pflanzen mit teuren Pestiziden behandeln müssen. Viele Bauern überschulden sich dadurch. Mit der Ausweglosigkeit folgt immer häufiger der Freitod der Bauern. Er stürzt die hinterbliebenen Frauen und Kinder in eine prekäre Situation. Diese ist nicht nur menschlich, sondern auch ökologisch ein Desaster.

Das Ziel des Projekts war es jedoch nicht, sich auf die Probleme zu konzentrieren. Im Gegenteil, die Projektbeteiligten wollten die einzigartige Möglichkeit nutzen, alle Facetten des Lebens in einem Dorf wie Chotian abzubilden, um eine emotionale Kontaktaufnahme auf einer ganz allgemein menschlichen Ebene zu schaffen.

Über einen Zeitraum von acht Wochen wurde mit einer Gruppe von 15 Kindern und Jugendlichen zu ihrer eigenen Erlebniswelt gearbeitet: ihrer eigenen Geschichte, ihren Familien, dem Dorf und ihrer Zukunft. Die Arbeitsweise verband Sofortbild-Fotografie mit dem Schreiben persönlicher Texte. Picturing Me versteht Kunst als Impulsgeber. Die Ausstellung in der Galerie im Saalbau verbindet die Präsentation der Projektergebnisse mit installativen Elementen, die die Lebenswelt des indischen Dorfes visualisieren

 

 Ich stehe aufrecht, Selbstporträt, Sarbjeet Kaur, 12 Jahre

Jonas Paul Wilisch – Reklamiertes Glück

9. Mai – 21. Juni 2015

Jonas Paul Wilisch beschäftigt sich mit Wertesystemen von Dingen im Kontext der Kunst und der kapitalisierten Warenkultur. Für seine Arbeiten benutzt er gefundene Materialien und Sperrmüll von Neuköllner Straßen, die er zu pseudo-dokumentarischen Szenen neu arrangiert. So zeigen die Fotos der Serie Gefüge – Höffner, Hübner, Boss revisited merkwürdige inszenierte Räume, die man für real halten kann. Ein gerahmter Abzug des Fotos wurde an einen der Fundorte des Mobiliars zurückgebracht. Dort beobachtete
und dokumentierte der Künstler die Situation so lange, bis jemand das Foto mitnahm. Neben den Fotografien und den Erzählungen über ihr Verbleiben zeigt Jonas Paul Wilisch in der Ausstellung Objekte aus Fundstücken und eine neue Installation, die sich ebenfalls mit dem Verhältnis von Realität und Fiktion befasst.
 

 

Eike Laeuen - Nacht und Tag

14. März 2015 - 3. Mai 2015

Wie lässt sich die alltägliche Wirklichkeit künstlerisch erfassen? Wenn Eike Laeuen die Welt um sich herum beobachtet, bewegt er sich im Grenzbereich von Malerei, Zeichnung und Fotografie: Tagsüber malt er abstrakte, in zarten Tönen gehaltene Bilder und realistische Porträts von Freunden und Verwandten, deren Gefühlslage er auf subtile Weise erfasst. Unterwegs fotografiert er urbane Brachen am Übergang zwischen Zerfall und dem Anfang von etwas Neuem. Nachts entstehen Tuschezeichnungen und scheinbar beiläufige Handy-Fotos von nächtlichen Stimmungen in Neukölln. All diese unscheinbaren Momente des alltäglichen Lebens fügen sich in der Ausstellung zu einem komplexen Gesamtbild.

Nacht und Tag ist die erste von drei Ausstellungen Neuköllner Künstler_innen, deren Projekte von einer Jury für die Galerie im Saalbau ausgewählt wurden.

 

Eike Laeuen, Joachim, 2006
Öl auf Nessel, 100 x 83 cm

 

Emel Geris - Ergo Sum - Also bin ich!

17. Januar 2015 – 8. März 2015

Der Ausstellungstitel „Ergo Sum – Also bin ich!“ nimmt Bezug auf die berühmte Aussage „cogito ergo sum (ich denke, also bin ich) von René Descartes, der das subjektive Erkennen als wesentliche Voraussetzung der menschlichen Existenz betrachtet. Emel Geris malt surreale Gedankencollagen, die ihre persönliche Sicht auf das menschliche Dasein wiedergeben. Dafür benutzt sie Motive aus der europäischen sowie der orientalischen Kunstgeschichte und kombiniert diese mit zeitgenössischen Elementen wie einem Punk-Schuh oder Memozettelchen. Viele Bilder sind wie Bühnen aufgebaut, bei denen der Blick von innen nach außen in eine andere, imaginäre Welt wandert. Die Themen kreisen um die Gegensätze von Wahrheit und Lüge, Leben und Tod, Heimat und Exil, Angst und Hoffnung

 

 

Gaby Taplick – In den Raum geflüstert

28. November 2014 – 11. Januar 2015

Gaby Taplick (*1972 in Delbrück) wird in der Galerie im Saalbau eine Installation bauen, die alle Räume miteinander verbindet. Die Arbeiten der Künstlerin sind meist temporär, raumbezogen und spurensichernd. Es entstehen haptisch erfahrbare und oft begehbare Höhlen, Verstecke, Objekte, die Erinnerungen wachrufen, Vergängliches in sich tragen, aber auch Neues entstehen lassen. Auslöser für die Installationen sind Fragen wie: Was brauchen wir? Wie sehen unsere Träume aus? Was lässt uns nachdenken über uns und über das, was uns umgibt?

 Eierkuchemfabrik

Sabine von Bassewitz - Ordinary City

6. September – 23. November 2014

Neukölln ist im öffentlichen Bewusstsein mehr als nur ein Berliner Stadtteil. Der Name »Neukölln« hat sich verselbstständigt und wird oft als Synonym für soziale Brennpunkte, Integationsverweigerer und Hartz IV-Empfänger verwendet. Gleichzeitig macht sich Neukölln zunehmend einen Namen als Hipsterland und gilt durch den Zuzug von Besserverdienenden als Speerspitze der Gentrifizierung.
Die Fotografien in Sabine von Bassewitz’ Serie Ordinary City entziehen sich solchen Zuschreibungen. Ihre Neukölln-Bilder zeigen einerseits, was wir schon immer über diesen Bezirk zu wissen glaubten. Andererseits zeigen ihre Fotografien überraschende Bilder innerhalb verschiedener Neuköllner Communities, bilden Orte des Innehaltens ab, die teils dörflich geprägt sind, und weisen auf gesellschaftliche Veränderungen hin, wie sie sich in ganz Europa vollziehen.

Ausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie Berlin.

 

Peter Hock - Nacht-Räume

21. Juni – 24. August 2014

Peter Hock (*1962 in Heidelberg) erzeugt mit seinen großformatigen Kohlezeichnungen komplexe illusionistische Wahrnehmungsräume. Den Künstler interessieren die dunklen Seiten des alltäglichen äußeren und inneren Lebens, die sich in den Zeichnungen zu morbiden Stilleben oder rätselhaften Traumlandschaften verdichten. Im Unterschied zum schnellen, „eingefrorenen“ Augenblick der Fotografie erzählen die Zeichnungen auch von ihrem langsamen Entstehungsprozess

 

Peter Hock, Ossanatenlandschaft, 2012, Reißkohle auf Papier, 240 x 150 cm
 

Sladjan Nedeljkovic – ÜberBlicke

12. April - 15. Juni 2014

Wie verändert sich die Wahrnehmung der Umwelt, der Mitmenschen und des Selbst, wenn man zwischen verschiedenen Kulturen lebt? Dies ist eine der Fragen, mit denen sich Sladjan Nedeljkovic in seiner Ausstellung beschäftigt. In seinen Zeichnungen, Installationen, Objekten und Videos untersucht der Künstler, wie Mechanismen der Wahrnehmung und des Sehens funktionieren. Er fragt danach, wie Bilder in der heutigen digitalisierten Gesellschaft unser Denken und Fühlen beeinflussen und wie wir mit möglichen Bedrohungen durch die globalen Kommunikationssysteme umgehen. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind oft Wegwerfmaterialien, die er verändert und in andere Kontexte überführt. Für die Installation „Ghostwork“ (2013) arrangiert er z.B. alte Computertastaturen so an der Wand, dass sie an die Fassade eines heruntergekommenen Hochhauses erinnern. Auf diese Weise spielt er mit möglichen Parallelen zwischen der unpersönlichen Computerkommunikation und dem Leben in anonymen Großstadtsiedlungen.

Die Ausstellung stellt überwiegend neue Arbeiten des Künstlers vor. Dazu gehört ein „Archiv der Zukunft“ mit Schubladen, die wie Leiterstufen angeordnet sind; das Video „Dark Hours“, eine kritische Reflexion über Medien und ihre Vergänglichkeit am Beispiel wiedergefundener VHS-Videokassetten; sowie die für die Galerie im Saalbau konzipierte Serie „Vermischte Meldungen“. In den Zeichnungen befasst sich der Künstler damit, wie Neukölln in Pressetexten und Fotos im Internet repräsentiert wird. Dabei lässt er durch das Zusammenspiel von Texten und Bildern Freiräume offen, die die Betrachtenden mit eigenen Assoziationen füllen können.

ÜberBlicke ist die erste von drei Ausstellungen zu Neuköllner Künstler_innen, die von einer Jury für die Galerie im Saalbau ausgewählt wurde.

 

Sladjan Nedelkovic
* 1969 in Zemun, Serbien, aufgewachsen in der Schweiz, lebt und arbeitet seit 2004 in Berlin. Studium an der Kunsthochschule Genf und am Goldsmith College, London.

Jüngste Ausstellungen (Auswahl):
Galleria 44, Genua (IT)
Kunsthaus Zug (CH)
Destilat, Kunstverein Tiergarten/Galerie Nord, Berlin
Drifting, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

 Sladjan Nedeljkovic, Ghostwork, 2013, Foto: A. Coers

HEIMISCH

Ein Projekt von barbara caveng und der Kunstgemeinde Pampsee

01.02.2014 - 06.04.2014

Eine Ausstellung über das Heimischwerden, die Frage nach Zugehörigkeit und Identität und die Kunstgemeinde Pampsee
Ausgestattet mit dem Projektstipendium „Kunst fürs Dorf“ zieht die Künstlerin barbara caveng von April bis Oktober in ein Dorf an der polnischen Grenze. Selbst fremd, erforscht sie den geographischen Raum und die sozialen Strukturen der Gemeinde Blankensee. Die Lebensgeschichten der Alteingesessenen erzählen von Flucht und Vertreibung, die Zugezogenen versuchen in ländlicher Umgebung heimisch zu werden. Der Wunsch anzukommen und bleiben zu können, das Bedürfnis nach einer gesicherten Existenz und die Frage nach Zugehörigkeit stellen sich im Dorf wie in der Stadt gleichermaßen.
Während der Ausstellung verwandelt sich die Galerie im Saalbau in die kleine Welt eines Dorfes, die von beispielhaften Identitätsfragen erzählt.
 

HEIMISCH (Foto: caveng)

„It’s just another railway station“ - Nächster Halt Dharavi

Fotografische Innenperspektiven aus dem Slum Dharavi / Mumbai

02.11.2013 - 22.12.2013

Weltweit leben etwa ein Drittel aller Stadtbewohner in Slums. Laut einer Prognose des UN Habitat werden es 2030 ca. zwei Milliarden Menschen sein. Dennoch wissen die meisten Menschen sehr wenig über Slums; vorherrschend sind Aussagen und klischeehafte Bilder von Außenstehenden. Diese Außensicht empfinden SlumbewohnerInnen oft als diskriminierend. Das Projekt in der Galerie im Saalbau gibt nun der Innenperspektive eine öffentliche Plattform: Die Ausstellung zeigt selbst gemachte Fotos der BewohnerInnen von Dharavi/Mumbai, dem größten Slum in Südasien. Zu sehen sind Aufnahmen des autodidaktisch arbeitenden Fotografen Chandreashekar Manalan und weiterer SlumbewohnerInnen, die mit Ein-Mal-Kameras das aufnahmen, was ihnen wichtig ist.

Kuratiert von Achim Burkart und Gül Yavuz

Chandreashekar Manalan, Badende Kinder

Metamorphosen

Labor Neukölln 4: WerkStadt Kulturverein zu Gast

14.09.2013 - 27.10.2013

Der WerkStadt Kulturverein setzt die Reihe Labor Neukölln mit einer Ausstellung über die Veränderungen, die die Zukunft bringt, fort. Zukunftseuphorie hat heute etwas von ihrem Zauber eingebüßt: Viele Hoffnungen, die mit den neuen Technologien einhergingen haben sich ebenso wenig erfüllt wie manche Ängste. Die Ungewissheit des Wohin, die Orientierungslosigkeit und ein gewisser Überdruss nähren den Boden für ästhetische Gegenwelten. Die KünstlerInnen beschäftigen sich mit dem Spannungsfeld zwischen dem Verlangen nach Veränderung und dem damit untrennbar verwobenen Unbehagen davor. Denn der euphorische Blick nach vorne provoziert seit je her die Sehnsucht nach dem Altbewährten und die Angst vor der Unumkehrbarkeit der Metamorphose.

 

Douglas Henderson, Silver Surfer, 2011, Soundskulptur

Existenzsicherungsmodelle oder von der Kunst zu Leben

Labor Neukölln 3: Galerie R31 zu Gast

10.08.2013 - 08.09.2013

In der Reihe Labor Neukölln ist die Galerie R31 eingeladen, ihr Konzept vorzustellen und für die Galerie im Saalbau eine Ausstellung zu entwickeln. Dabei werden die Kunstwerke – Malerei, Zeichnungen, Videos, Fotografien und Objekte – in einer Art Wunderkammer zusammengebracht. Die Künstler zeigen unterschiedliche Versuche, mit grundsätzlichen Fragen der Existenz umzugehen. Vielleicht nicht auf den ersten Blick sichtbar, geht es um Persönliches, Soziales und Politisches, eben um das alltägliche Leben.

KünstlerInnen: Julia Beck | Klaus Bortoluzzi | Beate Daniel | Andreas Haltermann | Wolf Klein | Mehdi Majd-Amin | Denise S. Puri | Daniel Wenk | Harriet Wolff | Barbara Wrede.

 

Klaus Bartoluzzi, Wunderkammer (Galerie R31), 2008/2013, Fotografik
 

Mit freundlichen Grüßen

Labor Neukölln 2: Agora Collective zu Gast

08.06.2013 - 28.07.2013

Mit der Reihe "Labor Neukölln" lädt die Galerie im Saalbau Projektinitiativen ein, ihr Konzept vorzustellen und für die Galerie eine Ausstellung zu konzipieren, die einen Bezug zwischen Galerie und Stadtraum herstellt. Agora Collective ist eine Gruppe von Künstlern und Theoretikern, die mit ihren Projekten neue prozessorientierte Herangehensweisen erprobt, alltägliche Objekte und Situationen erforscht und neue Bezüge zwischen öffentlichem und privatem Raum herstellt. Für die Ausstellung in der Galerie im Saalbau entwickelt Agora Collective (Caique Tizzi, Renata Har, Marcela Donato in Kooperation mit Caio Haar) eine ortsspezifische Installation, bei der verschiedene Akteure der Karl-Marx-Straße eingebunden werden.
 

Mit freundlichen Grüßen: Agora Collective

Foto: Simon
 

THE ROMA IMAGE STUDIO

20.04.2013 - 02.06.2013

Die kritisch-künstlerische Plattform THE ROMA IMAGE STUDIO, die im Rahmen der europäischen Kulturinitiative „ROMANISTAN. Crossing Spaces in Europe“ stattfindet, versammelt wegweisende künstlerische Positionen, die die Repräsentation von Roma in Fotografie und medialer Bildproduktion in Frage stellen. Anhand von Bildbeispielen aus internationalen Fotoarchiven und -sammlungen, privaten Fotoalben und künstlerischen Fotografien zeigt die Ausstellung die Spannbreite des realen Bildmaterial und regt zur kritischen Neubewertung des historischen und sozialen Gedächtnisses über die europäischen Roma an.

KünstlerInnen: Gábor Áfrány | Diana Arce | Herlambang Bayu Aji | Judit M. Horváth | András Kállai | Henrik Kállai | Nihad Nino Pušija | György Stalter | Norbert Tihanics

Beiträge von: Péter Szuhay – Ethnografisches Museum, Budapest | The Hulton Getty Picture Collection | gettyimages international | Moritz Pankok – Galerie Kai Dikhas, Berlin | Magnum Photos | Open Society Archives, Budapest

Kuratiert von André J. Raatzsch in Zusammenarbeit mit Lith Bahlmann und Emese Benkö

 

Lajos Nádorfi, Ágnes Daróczi, Budapest 1972
 

Melos – Zwischen Räumen

Labor Neukölln 1: Kunstverein Neukölln zu Gast im Saalbau

02.03.2013 - 14.04.2013

Der aus dem Griechischen stammende Begriff melos beschreibt jene Energie, die den Abstand zwischen einzelnen musikalischen Tönen überbrückt und so eine Melodie erst zum Klingen bringt. In dem Ausstellungsprojekt Melos – Zwischen Räumen werden diverse Abstände überbrückt: zwischen Orten, Kunstgattungen und künstlerischen Positionen wie Intentionen. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich zwischen drei Ausstellungsorten zu bewegen und dabei verschiedene Atmosphären und Tempi einzufangen. Verteilt auf die Galerie im Saalbau, den kunstraum t27 und die Vitrine im U-Bahnhof Karl-Marx-Straße begegnen ihnen künstlerische Arbeiten, welche in unterschiedlichen Medien Aspekte von Rhythmus, Bewegung, Klang und Zeit thematisieren. Den verschiedenen Räumen sind dabei jeweils eigene Geschwindigkeiten zugeordnet, die von überraschenden Analogien und Synergien geprägt sind und ihr urbanes Umfeld kontrastieren. Die Bewegung in den Kunstwerken wird teils thematisiert oder dargestellt, andere Arbeiten wiederum sind per se kinetisch angelegt: Die ihnen innewohnende Bewegung drückt sich vielmals in zwei Erscheinungsformen aus: dem Klang und der zeitlichen Dauer. Entsprechend sind viele der Arbeiten als klingende Kunstwerke konzipiert, die langsam, leise, laut oder schnell sein können.

KünstlerInnen: Sabine Ammer | Bernd Bleffert | Frederik Foert | Peter Grosshauser | Inger Lise Hansen | Douglas Henderson | Friederike Klotz | Monika Lilleike & Elvira Hufschmid | Jurgen Ostarhild | Deborah S. Phillips | Steffi Stangl | Manfred Walther | Eva AM Winnersbach | Markus Wirthmann

Kuratiert von Rebekka Hofmann, Susann Kramer, Karl Menzen und Dr. Martin Steffens

 

Bernd Bleffert, Sandtrommeln, 2006, Foto: Markus Bydolek

Kleider machen Leute

Künstlerische Experimente zu Rollenbildern in der Gesellschaft

12.01.2013 - 24.02.2013

Die Ausstellung nimmt den täglichen Umgang mit Kleidung und Verkleidung zum Ausgangspunkt. Kleidung ist einerseits Schutz, andererseits Maskerade. Kleider sind eine Art zweite Haut, eine Schnittstelle zwischen Innen und Außen, Privat und Öffentlich. In Skulpturen, Installationen, Fotos, Videos und Mixed-Media-Arbeiten beschäftigen sich die Künstler kritisch mit Fragen wie: Warum hängen Vorurteile über Menschen oft mit deren Kleidung zusammen? Wie beeinflussen Mode und Kleiderordnungen unser Denken und Wahrnehmen? Welche Rolle spielt der Zeitgeist für die Repräsentation des Selbst?
Mit der Schau beginnt eine Ausstellungsreihe, die einen Fokus auf die Schaufenster der Galerie lenkt und das Verhältnis von Innen und Außen mitreflektiert.

KünstlerInnen: Bettina Allamoda | Esra Ersen | (e.)twin Gabriel | Hanna Mattes | Christian Mayrock | Ping Qiu | Farkhondeh Shahroudi

Kuratiert von Dorothee Bienert

Hanna Mattes, Blaues Kleid, aus der Serie Fleetstreet, 2009, C-Print