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Werner Seelenbinder (1904 - 1944)

Werner Seelenbinder  gehört zu den berühmtesten Arbeitsportlern seiner Zeit und gilt als der bekannteste Arbeitersportler, der gegen die Nazis Widerstand leistete.

Seine sportliche Karriere als Ringer begann 1917  beim Arbeitersportverein "SC Berolina" in Neukölln. 1922 errang er seinen ersten Meistertitel im Federgewicht und 1926 beim Arbeiter Turn-und Sportfest in Wien seinen ersten internationalen Wettkampfsieg. 1928 wurde er Spartakiadesieger in Moskau, danach mehrere Male Deutscher Meister im Arbeitersport, nach 1933 sechsmal Deutscher Meister, Vierter bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und Dritter bei den Europameisterschaften 1937 in Paris und 1938 in Reval.

Werner Seelenbinder war ein vielseitiger Sportler, der neben seiner Hauptsportart Ringen auch als Gewichtheber, Judoka und Leichtathlet (Kugelstoßen und Laufen) sowie im Schachsport aktiv war.

Seelenbinder war Mitglied der Arbeitersportorganisation, KPD-Mitglied (seit 1928) und gehörte zum Schutzdienst der Arbeitersportler gegen Naziüberfälle. Er förderte den deutsch-sowjetischen Sportleraustausch.

Während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zeigte er offen seine antifaschistische Gesinnung.

Bei den Europameisterschaften 1937 in Paris wurde Seelenbinder  von der Gestapo überwacht.

1938 war er bereits ein aktives Mitglied der Widerstandgruppe um Robert Uhrig in Berlin.

Am 4. Februar 1942 wurde er zusammen mit anderen Mitgliedern der Uhrig-Gruppe verhaftet. Nach über zwei Jahren Haft in verschiedenen Konzentrationslagern und Zuchthäusern  wurde er vom Volksgerichtshof in Potsdam zum Tode verurteilt und am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

In Neukölln trägt der Sportpark an der Oderstraße seinen Namen.

Im Museum Neukölln wird in der neuen Dauerausstellung 99x Neukölln auch an Werner Seelenbinder erinnert.

Wikipedia zu Seelenbinder.