Neuköllner Gedenktafeln
Das bezirkseigene Neuköllner Gedenktafelprogramm erinnert an Menschen, die während des Nationalsozialismus auf vielfältigste Weise Widerstand geleistet haben. Gleichzeitig soll durch die Kenntlichmachung ihrer Wohn-und Wirkungsorte im Stadtraum von Neukölln ein Stück Bezirksgeschichte verdeutlicht werden. Das Neuköllner Gedenktafelprogramm wurde im Jahr 1993 in Ergänzung zum "Berliner Gedenktafel-Programm" des Senats (anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins) ins Leben gerufen.
Die Tafeln haben ein Format von 500 x 500 mm und tragen nebem einem Text eine fotografische Abbildung des zu erinnernden Menschen. Die Gestalterin der Tafeln ist Petra Müller.
Heinrich Vogeler (1872–1942)
Die Enthüllung der Gedenktafel fand am 12. Mai 1995 anläßlich der Eröffnung der Ausstellung: „Heinrich Vogeler – Berlin-Britz, Onkel-Bräsig-Straße 138“ in der Galerie im Saalbau statt.
Heinrich Vogeler lebte vom 1. Mai 1927 bis Juni 1931 am Rande der Britzer Hufeisensiedlung.
Das Hauptrefugium des Künstlers war jedoch der Barkenhoff in Worpswede. Die Heinrich-Vogeler-Gesellschaft in Worpswede bewahrt sein Andenken.
Einen sehr lesenswerten Artikel über Vogeler bietet wikipedia.
Dr. Benno Heller (1894 - 1945) und Irmgard Heller (1895 - 1943)
Die Gedenktafel befindet sich in einer Gestellkonstruktion auf öffentlichem Straßenland vor dem Haus Sonnenallee 13. Sie wurde am 27. September 1996 enthüllt.
Sie sollte ursprünglich direkt am Wohnhaus anlässlich des 100. Geburtstages von Benno Heller am 29. September 1994 angebracht werden. Zwischen Bezirksamtsbeschluss auf Antrag der SPD, der einstimmig am 1.12. 1993 (Drucksache XIV/980 -Lfd. Nr. 44) angenommen wurde und der Anbringung der Tafel vergingen fast drei Jahre. Der Widerstand der Hauseigentümer verhinderte eine Anbringung direkt am Wohnhaus Sonnenallee 13.
Im Juni 1999 wurde die Gedenktafel gestohlen, die Täter konnten nie ermittelt werden. Die Tafel wurde am 25. Februar 2000 durch eine Neuanfertigung ersetzt. mehr
Martin Weise (1903 - 1943)
Die Gedenktafel für Martin Weise wurde auf Antrag der SPD-Fraktion Neukölln am 26.9. 1984 in der BVV Neukölln beschlossen. (Beschluss 991/Drucksache XI/1630), Nach jahrelangen erfolglosen Verhandlungen mit den Hausbesitzern wurde die Tafel auf einem Gestell auf öffentlichem Straßenland installiert. Erst am 15. September 1998 konnte Sie vor dem Haus Jonasstraße 42 eingeweiht werden. mehr
Dr. Günther Bodek (1895 - 1937)
Die Gedenktafel für den jüdischen Arzt und Widerstandskämpfer wurde am 14. April 1994 am Haus Wildenbruchstraße 10 neben der Eingangtür angebracht. An der Enthüllungsfeier nahmen auch die Söhne Bodeks, Nicolas und Ulrich Bodek, aus Mexiko teil.
Die Gedenktafel basiert aus dem BVV-Beschluss vom 31.05. 1989, Drs. Nr. XIII/114. mehr
