Es ist eine Wand

Ein Kunstprojekt von Schüler*innen bei 48 Stunden Neukölln

Der Fachbereich Kultur führt jährlich aus dem Programm Aktive Zentren geförderte Workshops durch, bei denen Schüler und Schülerinnen an der Schnittstelle von Stadtentwicklung und Kunst unter fachkundiger Begleitung gestalterisch tätig werden können.

2015 beschäftigten sich Kunstschaffende und Neuköllner Kinder und Jugendliche mit der über 100 m langen, gekachelten Wand der Vollguthalle des Kindl-Geländes in der Neckarstraße. Mit ihrem regelmäßigen Kachelmuster erinnert die Wand an ein Schwimmbad, während der untere Bereich der Wand zudem aus einer „Street-Art-Collage“ mit Graffiti-Schriftzügen und Zeichnungen, Aufklebern und angeklebten Papieren oder Filz-Elementen besteht.

Schüler*innen dreier umliegender Schulen erarbeiteten im April in künstlerischen Workshops Entwürfe für eine weitergehende Gestaltung der Kachelwand mittels quadratischer Klebefolien.
Zwei der drei Schul-Gruppen nahmen bereits 2014 an Schulworkshops mit dem Titel „Es wird eine Treppe“ teil, die sich mit einer möglichen künstlerischen Gestaltung der neu gebauten Treppe zum Kindl-Gelände beschäftigten. Die Treppe grenzt direkt an die Wand der Vollguthalle an, so dass sich ein Teil der Schüler*innen bereits mit der räumlichen Umgebung auseinander gesetzt hatte.
Die Künstler*innen waren ebenfalls bereits im Vorjahr in die Workshops eingebunden gewesen. So arbeiteten Seraphina Lenz und Michael Bause wieder mit der Klasse 5a der Hermann-Boddin-Schule. Anna Kalvelage und Mirjam Wolf von Kawoka Architekten arbeiteten diesmal mit einer Gruppe der Carl-Legien-Schule (Berufsfachschule). Und Nicolas Freitag und Anna Lena Wollny arbeiteten wieder mit einer Gruppe der 9. Klasse der Werkschule Löwenherz, bestehend aus Schüler*innen des Campus‘ Rütli und der Kepler-Oberschule.

Die in den Workshops erarbeiteten Entwürfe für die Gestaltung der Wand griffen das durch die Kacheln vorgegebene Raster auf und spielten damit. Es ging in den Workshops u.a. um folgende Fragen: Wie lässt sich die Wand interessant gestalten, indem einzelne Kacheln mit farbigen Folien beklebt werden, so wie man vielleicht in einer langen Mathe-Stunde die Kästchen im Rechenheft bunt anmalt? Was möchte ich anderen Menschen von der Wand aus mitteilen? Worüber würde ich mich freuen, wenn ich es auf der Wand sähe? Oder: Wie gehe ich überhaupt mit der Gestaltung einer so riesigen Fläche um?

Aus den Entwürfen aller Schulklassen wurden anschließend von einer zum Teil mit Schüler*innen besetzten Jury mehrere für die Umsetzung ausgewählt und zu einem Endentwurf kombiniert.

„Erst kommt das Essen und dann die Kunst“

Dieser Endentwurf wurde am 26.06.2015 unter dem Titel „Erst kommt das Essen und dann die Kunst“ im Rahmen des Festivals Junge Kunst NK umgesetzt, dem eigenen Programm für und von Kindern und Jugendlichen der 48 Stunden Neukölln.
Die am Projekt „Es ist eine Wand“ teilnehmenden Kinder und Jugendlichen brachten die ausgewählten Entwürfe gemeinsam mit den Künstler*innen und freiwilligen Helfer*innen an die Wand. Auch Anwohner*innen und Interessierte waren eingeladen, mitzukleben. Höher an der Wand gelegene Elemente wurden von Fassadenkletterern angebracht.

Anschließend wurde das neue Kunstwerk gemeinsam mit Anwohner*innen, Interessierten, Freunden und Familien vor der Wand bei einem gemeinsamen Essen an einer langen Tafel gefeiert.

Das gesamte Projekt wurde zeitgleich mit Hilfe der Foto-Communities Flickr und Instagram dokumentiert. Unter www.flickr.com/photos/esisteinewand bzw. bei Instagram unter #esisteinewand können weitere Fotos der Workshops und der Umsetzung eingesehen werden.
„Es ist eine Wand“ wurde mit der Unterstützung der Firmen Schwindelfrei und CD Design durchgeführt und aus dem Programm Aktive Zentren gefördert.

Idee & Konzeption: Bettina Busse
Projektleitung: Anna Lena Wollny

https://youtu.be/Tq4QvUn_N60

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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