Helene-Nathan-Bibliothek
Karl-Marx-Straße 66, 12043 Berlin
U & S-Bahn: Rathaus Neukölln (U 7)
Tel. 030 / 90239-4342
Öffnungszeiten: Mo–Fr 12–20 Uhr, Sa 10–13 Uhr
Die Hauptbibliothek Neuköllns befindet sich über den Dächern Neuköllns im 6. und 7. Stockwerk des Einkaufzentrums „Neukölln Arcaden“. weiter »
Geschichte
Kurze Chronik der Stadtbibliothek Neukölln
1894
Am 9. April stellt der Lehrer Wilhelm Kluke im Keller einer Gemeindeschule in Rixdorf (heute Neukölln) 700 Bücher für die öffentliche Ausleihe bereit.
1906
Die Stadtgemeinde Rixdorf schließt einen Vertrag mit Kluke und übernimmt dessen Bibliothek. Der nun bereits 4.500 Bände umfassende Bestand wird durch weitere Bücher ergänzt und es folgt die Neueröffnung in der Bergstraße.
1914
Umzug in das neuerrichte Gebäude des Stadtbades mit Bibliothek in der Ganghoferstraße, in dessen wunderschöner Umgebung die Bibliothek selbst den Status einer Sehenswürdigkeit erlangt. Architekten: Reinhold Kiehl und Heinrich Best.
1921
Nach der Konfrontation mit finanziellen Problemen in der Nachkriegszeit, übernimmt Dr. Helene Nathan die Bibliotheksleitung und obwohl die Zahl der Neuerwerbungen überschaubar bleibt, findet auch in den kommenden Jahren ein kontinuierlicher Ausbau des Buchbestandes statt.
1933
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ergeben sich für die Bibliothek drastische Veränderungen. Jüdische Mitarbeiter werden aus „rassischen Gründen“ entlassen, darunter auch Helene Nathan. Der Bestand (ca. 30.000 Bände) wird zudem einer Säuberung im nationalsozialistischen Sinne unterzogen, bei der insgesamt mehr als 5.000 Bücher in sog. „Sperrbüchereien“ umgestellt werden.
1945
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs erfolgt die Rückkehr zum alten Standard und zuvor verbannte Bücher werden wieder in den Bestand aufgenommen.
1960
Die stetige Verbesserung der finanziellen Lage Neuköllns während der 50er Jahre ermöglicht die Planung und Fertigstellung eines Neubaus in der Erlanger Straße, in dem sich nun die Erwachsenen-, Musik- und Jugendbibliothek unter einem Dach vereinen.
1989
Um der ehemaligen, von den Nazis in den Selbstmord getriebenen Leiterin zu gedenken, erhält die Hauptstelle den Namen „Helene-Nathan-Bibliothek“.
1997
Der geplante Bau der Neukölln Arcaden führt gegen Ende des Jahres dazu, dass die Bibliothek ihren Platz auf dem Gelände der Erlanger Straße räumen muss, um zunächst ein Ausweichquartier in Kreuzberg zu beziehen.
2000
Es erfolgt der bis dato letzte Umzug in die beiden obersten Etagen der Neukölln Arcaden.
2006
Im März feiert die Stadtbibliothek Neukölln ihr großes Jubiläum, bei dem sie auf 100 Jahre bewegte Geschichte zurückblicken kann
Daniela Gruner
Zum Weiterlesen: H 265 Ausd, Aufs Dach aus dem Keller. Berlin 2006
(In allen Neuköllner Bibliotheken ausleihbar)
