Aufgaben und Geschichte
Schon kurz nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1947 wurden in Berlin die Vorläufer der Kulturämter gegründet. So entstand auch in Neukölln das "Amt für Kunst", dessen vordringlichste Aufgabe zunächst war, Lebensmittelkarten für Künstler und den berühmten "Kunstschein" auszustellen, der Künstlern gestattete, ihre Werke mit steuerlichen Vorteilen zu verkaufen. In den darauf folgenden Jahren verlagerten sich die Schwerpunkte von der Künstlerversorgung hin zur Veranstaltung von Ausstellungen, einer Konzertreihe und Operetten im Naturtheater Hasenheide.
1981 übernahm die Musikwissenschaftlerin Dr. Dorothea Kolland die Leitung des Kunstamtes in Neukölln. In den ersten Jahren ihrer Amtszeit verschoben sich die Arbeitsschwerpunkte erneut. Zunächst mussten in Neukölln wieder Kulturorte geschaffen werden: außer dem ehemaligen Heimatmuseum – jetzt Museum Neukölln – und dem 1973 erbauten Gemeinschaftshaus Gropiusstadt gab es nur das Rathausfoyer, das sich aber energisch jeder Kunstpräsentation widersetzte.
Mit Unterstützung des Bezirksamts und dabei besonders des Hochbauamtes gelang es in den 80ern die wunderschöne Galerie im Körnerpark einzurichten und den seit vielen Jahren dem Verfall preisgegebenen Saalbau wiederaufzubauen, in dem zwei Theatersäle, eine Galerie, ein Cafe und das Kulturamt selbst einen Platz fanden. Anfang 2001 kam mit der Alten Dorfschule Rudow ein weiterer Ort für kulturelle Aktivitäten dazu.
Darüber hinaus war es ein Anliegen des Kulturamtes, die Freie Kulturszene zu fördern und ihr Raum in Neukölln zu geben. So fand die Neuköllner Oper ein angemessenes Domizil in der Passage, wenig später zogen auch die Passage-Kinos in dem denkmalgeschützten Gebäude ein. Das bis dahin mobile Puppentheatermuseum siedelte sich ebenso in der Karl-Marx-Straße an. Und schließlich konnten in Zusammenarbeit mit der Senatsbauverwaltung und der Wohnungsbaugesellschaft "Stadt & Land" einige Atelierkomplexe geschaffen werden.
In diesen zwanzig Jahren hat sich die Kulturwüste Neukölln zu einem lebendigen Viertel mit vielfältigen Veranstaltungsorten gemausert. Im Jahr 1995 wurde das Kunstamt in Kulturamt Neukölln umbenannt. Es ist eine Einrichtung des Bezirksamtes Neukölln und gehört zur Abteilung Bildung, Schule, Kultur und Sport.
